Steuerklassenwechsel in der Schwangerschaft

Du bist schwanger, verheiratet und berufstätig? Außerdem würdest du basierend auf deinem aktuellen Nettogehalt nicht auf den Maximalbetrag beim Elterngeld kommen? Dann könnte ein Steuerklassenwechsel am Anfang der Schwangerschaft Sinn für dich bzw. euch machen! Schauen wir uns das Thema einmal genauer an…

Wieso sollte ich die Steuerklasse vor oder in der Schwangerschaft wechseln?

Ein Steuerklassenwechsel vor oder in der Schwangerschaft kann sich lohnen um das Elterngeld zu erhöhen. Das Elterngeld wird anhand deines durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt, berechnet. Diesen Zeitraum nennt man Bemessungszeitraum. Durch einen Wechsel in Steuerklasse 3 bekommst du ein höheres Nettogehalt und somit später auch mehr Elterngeld. Je nach Situation kann das insgesamt mehrere 1.000 € ausmachen.

Wie funktioniert ein Steuerklassenwechsel in der Schwangerschaft?

Verheiratete Paare können aus verschiedenen Konstellationen wählen. Typischerweise ist derjenige, der mehr verdient, in Steuerklasse 3, um möglichst wenig Steuern zu zahlen. Derjenige, der weniger verdient, ist in Steuerklasse 5. Zu Beginn der Schwangerschaft sollte die Person, die den größten Teil des Elterngeldes beantragen möchte, in Steuerklasse 3 wechseln, falls sie bisher nicht in Steuerklasse 3 war. Der Partner muss somit in Steuerklasse 5 wechseln.

Wichtig ist, dass der Antrag spätestens 7 Monate vor Beginn des ersten Mutterschutzmonats gestellt werden muss. Die neue Steuerklasse greift nämlich erst ab dem Folgemonat. Damit die neue Steuerklasse für die Elterngeldberechnung berücksichtigt wird, musst du in dem Bemessungszeitraum mindestens die Hälfte der Zeit, also 6 Monate, die neue Steuerklasse gehabt haben. Somit musst du die Steuerklasse schon direkt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft wechseln. Wenn das erfüllt ist, wird für die Elterngeldberechnung dein durchschnittliches Einkommen des gesamten Bemessungszeitraums mit der neuen Steuerklasse 3 kalkuliert.

In der Schwangerschaft würdet ihr durch den Wechsel als Paar zusammen weniger Nettogehalt haben als vorher. Allerdings wird das mit der Steuererklärung wieder ausgeglichen, sodass ihr keinen Nachteil dadurch habt.

Wie gehe ich vor?

Deine aktuelle Steuerklasse und dein Nettogehalt findest du auf deinem Gehaltsnachweis. Am besten kalkulierst du selbst einmal wieviel Elterngeld du basierend auf deinem aktuellen Nettogehalt bekommen würdest. Falls du den Maximalbetrag bekommen würdest, kann auch ein Steuerklassenwechsel nicht mehr herausholen und ist somit nicht nötig.

Den Betrag vergleichst du dann mit dem Elterngeld, das du basierend auf deinem Gehalt mit Steuerklasse 3 bekommen würdest. Du kannst z.B. die folgenden Rechner nutzen:

www.familienportal.de/familienportal/rechner-antraege/elterngeldrechner 

www.brutto-netto-rechner.info 

Beantragen kannst du den Wechsel bei deinem zuständigen Finanzamt. Bedenke, dass der Wechsel erst im Folgemonat greift. Falls ihr im Bemessungszeitraum heiratet, kann der Steuerklassenwechsel rückwirkend ab dem Monat der Hochzeit beantragt werden.

Nach der Geburt könnt ihr die Steuerklassen wieder „zurück wechseln“.  

Was ist bei Selbstständigen anders?

Falls du selbstständig bist oder Mischeinkünfte hast (z.B. angestellt und nebenbei selbstständig), wird ein anderer Bemessungszeitraum für die Berechnung des Elterngeldes verwendet. Hier wird das letzte Kalenderjahr genommen. Deshalb ist es in diesen Fällen oft zu spät, um noch rechtzeitig die Steuerklasse zu wechseln. Natürlich ist es aber auch eine Option. 

Beispiel: Du stellst im Juli fest, dass du schwanger bist. Würdest du jetzt sofort die Steuerklasse wechseln, wäre sie ab August gültig. Da das Kalenderjahr als Bemessungszeitraum genommen wird, also Januar bis Dezember, wärst du in dem Zeitraum nur 5 Monate in der neuen Steuerklasse gewesen. Weil du aber mindestens 6 Monate in der neuen Steuerklasse sein musst, damit sie bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt wird, wäre das nicht ausreichend.

Wie du siehst, kannst du mit wenig Aufwand dein Elterngeld um bis zu mehrere 1.000€ erhöhen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, frühzeitig zu prüfen ob ein Steuerklassenwechsel in der Schwangerschaft für dich bzw. euch Sinn macht!

Falls du gerne über weitere wichtige Themen für deine Schwangerschaft informiert werden möchtest, trag dich gerne für den Newsletter ein oder lad dir direkt die Checkliste mit den ersten wichtigen To Do’s in deiner Schwangerschaft herunter. Bei Fragen kannst du mich immer gerne kontaktieren.

Dir einen tollen Tag und bis bald

Katharina

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