Pränataldiagnostik, Arzt, Untersuchung

Wenn man erst einmal ein Kind hat, weiß man wie sehr der Spruch „Hauptsache gesund!“ zutrifft. Die allermeisten Kinder kommen gesund zur Welt. Heutzutage hat man schon während der Schwangerschaft einige Möglichkeiten etwas über die Gesundheit seines Kindes zu erfahren. Ein Arzt, eine Ärztin oder eine Hebamme führt regelmäßig verschiedene Vorsorgeuntersuchungen durch, nimmt Blut ab, macht einen Ultraschall und beobachtet so die Entwicklung des Kindes (Falls du übrigens noch keine Hebamme hast, kann ich dir meine kostenlose Checkliste zur Hebammensuche empfehlen!). Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, freiwillig weitere Untersuchungen machen zu lassen, die gezielt nach Indikationen für Fehlbildungen, Krankheiten oder Störungen suchen. Diese werden unter Pränataldiagnostik zusammengefasst.

Nicht-invasive und invasive Pränataldiagnostik

Man unterscheidet in der Pränataldiagnostik zwischen nicht-invasiven und invasiven Untersuchungen. Zu den nicht-invasiven zählen

  • Erweiterter Ultraschall
  • Nackenfalten-Ultraschall  
  • Erweiterter Bluttest

Die nicht-invasiven Tests greifen nicht in den Körper der Mutter ein, geben allerdings auch „nur“ eine Risikoabschätzung und kein 100%ig genaues Ergebnis. In der Regel sind nach einem auffälligen Befund weiterführende invasive Untersuchungen nötig, um Klarheit zu bekommen.

Zu den invasiven Untersuchungen in der Pränataldiagnostik zählen

  • Nabelschnurpunktion
  • Fruchtwasseruntersuchung
  • Plazentabiopsie

Im Gegensatz zu den nicht-invasiven Untersuchungen greifen die invasiven Tests in den Körper der Mutter ein. Damit verbunden ist auch ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko. Andererseits sind die Befunde recht zuverlässig und liefern ein deutlich genaueres Ergebnis über Auffälligkeiten und Fehlbildungen.

Entscheidung nach einem Befund

Die Ergebnisse können meist nicht genau erkennen lassen wie schwer die Krankheit verlaufen wird und wie genau das Leben deines Kindes und euer Leben damit aussehen würde. Was du dich aus meiner Sicht fragen solltest ist: Wie gehst du mit den Ergebnissen einer nicht-invasiven Untersuchung um? Welche Konsequenzen ziehst du daraus? Wärst du bei einem unauffälligen Ergebnis beruhigt und könntest deine Schwangerschaft entspannter genießen? Würde dich ein auffälliges Ergebnis ggf. den Rest der Schwangerschaft verrückt machen? Würdest du bei einem auffälligen Ergebnis auch invasive Untersuchungen machen lassen wollen? Wäre es unter Umständen für dich eine Option das Kind abzutreiben?

Wissen solltest du auch, dass es „Fehlalarme“ geben kann. So kann man ggf. den Rest der Schwangerschaft sehr beunruhigt sein, obwohl mit dem Kind alles in Ordnung ist. Für die meisten Erkrankungen oder Behinderungen, die während der Schwangerschaft entdeckt werden, gibt es im Übrigen keine Therapie. Trotzdem kann es bei gewissen Beeinträchtigungen hilfreich sein, wenn diese frühzeitig in der Schwangerschaft entdeckt werden. Bei einem Herzfehler beispielsweise kann in einer passenden Klinik entbunden werden, in der das Kind direkt entsprechend behandelt werden kann.

Keine Garantie

Die Pränataldiagnostik-Tests prüfen bestimmte Fehlbildungen/ Krankheiten wie z.B. Trisomie 21 oder Trisomie 18. Sie können aber natürlich auch bei unauffälligen Ergebnissen keine Garantie geben, dass dein Kind komplett gesund zur Welt kommen wird.

Kosten für Pränataldiagnostik-Untersuchungen

Wenn die Pränataldiagnostik-Untersuchungen nicht medizinisch notwendig sind, musst du die Kosten tragen. Bei einer Blutuntersuchung gepaart mit einem Nackenfalten-Ultraschall (in der Kombination Ersttrimester-Test/ Ersttrimester-Screening genannt) kommt man beispielsweise auf bis zu 200€. Zusätzliche Bluttests für bestimmte Chromosomen-Abweichungen können ca. 250€ bis 700€ kosten.

Weiterführende Informationen

Dein Arzt oder deine Ärztin ist natürlich verpflichtet dich über Pränataldiagnostik aufzuklären und dich über die Risiken der einzelnen Untersuchungen zu informieren. Zudem gibt es kostenlose Schwangerschaftsberatungsstellen, an die du dich wenden kannst. Du findest sie unter www.familienplanung.de/beratungsstellensuche

Ich hoffe, dass dir mein Beitrag etwas weiterhelfen konnte. Letztendlich ist es eine sehr persönliche Entscheidung, die du bzw. ihr für euch treffen müsst.

Alles Liebe und bis bald

Katharina

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