Plötzlich Eltern- die Welt steht Kopf

Was ändert sich, wenn man zum ersten Mal Eltern wird? Wenn man mal ganz ehrlich ist, kommt ein Baby in den wenigsten Fällen „ganz plötzlich“. Man würde also meinen, dass man genug Zeit hat sich auf das Baby und den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Aber egal ob die Schwangerschaft unerwartet war oder der Kinderwunsch schon seit langem besteht, man taucht plötzlich in eine ganz neue Welt ein und fühlt sich vielleicht unsicher oder nicht richtig vorbereitet auf das, was da auf einen zukommt. Auch die 10 Monate Schwangerschaft können ganz schön schnell umgehen (auch wenn es einem gerade am Ende nicht so vorkommt) und schwups, ist das Baby da und die zuvor studierte Theorie wird Realität. Und die ist dann manchmal doch ganz anders als erwartet. 

Fremdbestimmt

Die für uns größte Veränderung war, dass man quasi ab der Geburt 24 Stunden am Tag fremdbestimmt ist. Das klingt vielleicht negativer als es gemeint ist 😊 Letztendlich bestimmt das Baby gerade in der ersten Zeit den Tagesablauf. Wickeln, stillen/Fläschen geben, anziehen, umziehen, schlafen… Und der Vormittag ist um. Das ist auch völlig normal und in Ordnung, man muss sich einfach nur darauf einlassen und sollte sich die Zeit dafür nehmen. D.h. dass man gerade in den ersten Wochen nicht zu viele Termine haben sollte. Auch den Besuch sollte man in den ersten Tagen und Wochen limitieren.

Sofa-Zeit

Babys mögen und brauchen häufig Körperkontakt, da er ihnen die Sicherheit gibt, dass sie nicht allein sind. Ich habe in den ersten Wochen so viel Zeit (kuschelnd, stillend oder schlafend) auf dem Sofa verbracht wie noch nie. Ich musste mich manchmal zwingen (oder gezwungen werden) mich auszuruhen und einfach mit dem Baby mit zu schlafen. Auch das war ungewohnt, im Nachhinein aber völlig richtig.

Nicht nur rosig

Milchstau, Wochenflussstau, ein Schreikind, Wochenbettdepressionen, das Baby nimmt nicht genug zu, das Baby hat Koliken… Das alles sind Themen, die eher nicht in meiner Vorstellung der ersten Wochen mit Baby vorkamen und von denen ich teilweise noch nie zuvor gehört hatte. Idealerweise wird man sich mit all den Themen auch nie beschäftigen müssen. Es ist nur gut zu wissen, dass all das vorkommen kann und durchaus normal ist. Gerade für solche Themen ist eine Hebamme Gold wert! (Falls du noch eine Hebamme benötigst, schau dir die kostenlose Checkliste für die Hebammensuche an).

Prioritäten

Ein Baby stellt das eigene Leben auf den Kopf. Was sich bei vielen Eltern ändert, sind die Prioritäten. Es ist plötzlich egal, dass man ein stressiges Meeting bei der Arbeit hatte, wenn man danach zu Hause lächelnd von seinem Baby empfangen wird. Ein Baby kann bewirken, dass man das eigene bisherige Leben auf einmal ganz anders sieht. Eltern ändern nach der Elternzeit ihre Jobs, reduzieren ihre Stunden und verzichten ein Stück weit auf ihre Karriere oder ziehen doch aufs Land obwohl sie immer in der Stadt leben wollten.     

Plötzlich Eltern – wie bereitet man sich nun am besten vor?

Letztendlich sind jedes Baby und jede Mutter oder Vater anders, weshalb es ist nicht den einen Plan oder Ablauf für alle frisch gebackenen Eltern gibt, an den man sich halten kann. Gerade deshalb ist es aus meiner Sicht sinnvoll, sich vorab gemeinsam Gedanken zu machen, wie man sich die erste Zeit mit Baby vorstellt und was man sich vom Partner wünscht. Man sollte sich auch bewusst machen, dass vielleicht nicht jeder Tag rosarot sein wird. Wichtig ist miteinander zu sprechen und entspannt an das Ganze heranzugehen. Es kommt dann doch anders als geplant…

Ich wünsche euch eine tolle erste Kennenlernzeit! Genießt sie!!

Katharina

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